PROKON Regenerative Energien GmbH Genussrechte - Woher kommt das Geld für die Zinszahlungen?

PROKON Regenerative Energien GmbH Genussrechte - Woher kommt das Geld für die Zinszahlungen?

Genussrechte der Prokon Regenerative Energien GmbH - Woher kommen die Gelder für die Zinszahlungen?

München, den 11.07.2013 - Für Anleger, die Genussscheine der PROKON Regenerative Energien GmbH (kurz PROKON) gezeichnet haben, wird der 31.7.2013 ein besonderes Datum. Zu diesem Datum versprechen die Genussschein-bedingungen der PROKON die Auszahlung der nächsten Zinstranche von immerhin über Euro 50 Mio. . Ob diese erbracht werden kann wird in diversen Medien derzeit durchaus kritisch gesehen, unter anderem da die Informationen, die die PROKON veröffentlicht, alles andere als transparent sind.

So sind zum Beispiel die auf der Homepage der PROKON veröffentlichten Bilanzen praktisch nicht aussagekräftig und nach Einschätzung von Experten nicht mit den üblichen Voraussetzungen der Buchführung vereinbar. Diverse Faktoren sind bestenfalls "weich" formuliert, andere offensichtlich missverständlich gehalten. 

Die so genannte Leistungsbilanz, die PROKON auf der Homepage veröffentlicht, ist beispielsweise nach Einschätzung eines Wirtschaftsprüfers so nicht nachvollziehbar. Die PROKON rechnet hier mit Zahlen, die angeblich das (bereinigte) laufende Ergebnis (das so genannte EBITDA) darstellen sollen. Nur ist dieses EBITDA mit den von PROKON verwendeten Zahlen nach Ansicht des Experten nicht darstellbar.

Dies gilt auch für den neuesten Coup der PROKON:

Nnachdem die Unternehmensgruppe dafür kritisiert wurde, keine Konzernbilanz erstellt zu haben und es daher nahezu unmöglich war zu überprüfen, ob bei Geschäften unter den Gesellschaften der Gruppe Scheingewinne ausgewiesen wurden, hat die PROKON auf Ihrer Homepage nun einen "Entwurf Erstkonsolidierung" bereit gestellt. Damit bemüht sich die PROKON nun anscheinend das geforderte Dokument zu erstellen, um hier den Anlegern Sicherheit und Transparenz zu vermitteln. Der Entwurf ist jedoch aus unserer Sicht  nicht aussagekräftig, da er nur eine extrem knappe Bilanz darstellt, deren einzelne Werte noch immer für den Anleger nicht nachprüfbar sind.

Doch auch jenseits dieser Erstkonsolidierung tun sich bei dem Windkraft-Unternehmen, das massiv um die Anlage in seine Genussscheine wirbt, diverse Fragen auf. Allen voran die Frage, wovon das Unternehmen die demnächst fälligen Zinsen bezahlen will. Die "Leistungsbilanz", die PROKON ebenfalls auf seiner Homepage veröffentlicht, weist hierzu Überraschendes aus: der Jahresüberschuss aus dem nach eigenen Angaben die Auszahlungen an die Anleger der PROKON Gruppe zu leisten sind ,beträgt gerade einmal Euro 29,9 Mio. Eigentlich eine stolze Zahl, wenn dem nicht gleichzeitig Auszahlungen an die Anleger von Euro 58,3 Mio. gegenüberstehen würden. Nach Vorstellung der PROKON stellt dies kein Problem dar, denn aus der Auflösung so genannter stiller Reserven soll die gesamte Zahlung realisiert werden.

Simple Lösung der PROKON?

KAP Rechtsanwälte haben einen Wirtschaftsprüfer beauftragt, zu beurteilen, ob diese scheinbar so simple Lösung der PROKON realistisch erscheint. Sein klares Fazit: die Einrechnung der stillen Reserven in liquide Mittel die ausgezahlt werden sollen ist schlicht unmöglich, es handelt sich hierbei offensichtlich um einen Rechentrick, mit dem die Öffentlichkeit beruhigt werden soll. Eine Meinung, der wir uns anschließen.

Diese “stillen Reserven” werden in der Regel jedoch nicht mit aufgenommen, da diese erst realisiert werden können, wenn sie veräußert werden. Stille Reserven bedeuten “den über einen Buchwert hinaus reichenden Wert”. Die Veräußerung führt zu einem Ertrag, und ein Ertrag wiederum zieht Steuern nach sich. Wenn also die Veräußerung der Anlagen nicht über anderweitige Gestaltungsmaßnahmen weitestgehend steuerfrei gestellt werden können, handelt es sich um Gewinn. Jedoch sind diese Mehrsteuern auf den Gewinn bei der PROKON nirgends erkenntlich gemacht.

Auszahlung von Anlegern?

Anders ausgedrückt könnte man auch sagen:  Aus “stillen Reserven” Liquidität für die Auszahlung von Anlegern zu machen ohne die Anlageobjekte zu verkaufen, ist aus unser Sicht eher als Zaubertrick  zu verstehen. Mit den auf der Homepage veröffentlichten Zahlen der PROKON kann die Kapitalausstattung des Itzehoer Unternehmens jedenfalls nicht nachvollzogen werden.

So bleibt es spannend, ob es der PROKON Regenerative Energien GmbH zum 31.07.2013 gelingt die Zinszahlungen aufzubringen. Für unsere Mandanten möchten wir aus auf diesen Versuch nicht ankommen lassen.



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