P&R Gläubigerversammlung - das haben die Anleger vom Insolvenzverwalter erfahren

P&R Gläubigerversammlung - das haben die Anleger vom Insolvenzverwalter erfahren

P&R Gläubigerversammlung

Die P&R Gläubigerversammlungen finden in der Olympiahalle in München statt. KAP Rechtsanwälte sind für Ihre Mandanten vor Ort und informieren hier betroffene P & R Container Anleger.

Berichtstermin der P&R - KAP Rechtsanwälte informieren

München, den 17.10.2018, 13 Uhr – In der gut besetzten Olympiahalle in München findet zur Zeit der Berichtstermin zur Insolvenz der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs- GmbH statt. Vor rund 5.000 anwesenden Anlegern führte der P&R Insolvenzverwalter Michael Jaffé zu den Gründen und Aussichten der Insolvenz aus. Für die meisten Anleger werden die Zusammenhänge und die Möglichkeiten des weiteren Vorgehens nun langsam immer deutlicher. Neben dem Insolvenzverfahren werden die P&R Anleger sich auch an weitere Gegner richten müssen.
 
Wenig überraschend waren die Ausführungen des Insolvenzverwalters, dass eine volle Befriedigung aller "normalrangigen" Gläubiger, also der rund 54.000 Anleger der P&R, im Insolvenzverfahren nicht zu erwarten ist. Dies liege unter anderem in der Situation der P&R, die bereits seit 2007 massive Unterdeckungen aufgewiesen habe, die sich nur durch neue Anlegergelder kaschieren ließ, so der Insolvenzverwalter. Besonders gravierend habe sich die Situation dann im Zuge der Wirtschaftskrise  2008 / 2009 verschlechtert. Seitdem geht der Insolvenzverwalter von einem Schneeballsystem aus, in dem die eingenommenen Gelder zum Großteil dazu verwendet wurden, an Alt-Anleger (angebliche) Mieten und Rückkäufe zu zahlen.
 
Betroffen sind nach Angaben des Insolvenzverwalters rund 54.000 Anleger, die 87.000 Verträge mit der Gesellschaft geschlossen haben. Von den mit diesen Verträgen verkauften rund 1,6 Millionen Containern existierten rund 1 Million Container nur auf dem Papier und wurden nie real erworben, so die Erkenntnisse des Insolvenzverwalters.

Plan des Insolvenzverwalters

Der Insolvenzverwalter plant, die Schweizer Gesellschaft (P&R Equipment and Finance) entsprechend fortzuführen und über die weitere Vermietung und den Verkauf der verbleibenden Container bis 2021 einen Erlös von rund Euro 560 Mio. zu generieren. Bestenfalls könne so eine erste Zwischenausschüttung an die Anleger im Jahr 2020 erfolgen. Außerdem soll die Beteiligung an der „Blue Sky Ltd.“ verwertet werden. Einen "übereilten“ Verkauf der Container lehnt der Insolvenzverwalter ausdrücklich ab. Doch auch aus der Erzielung dieser Einnahmen werden die rund 1,9 Milliarden der investierten Anlegergelder kaum befriedigt werden können, Der Insolvenzverwalter rechnet gar mit Forderungen von rund Euro 3,5 Milliarden. Trotz dem großen Interesse der anwesenden Anlegern, konnte der Insolvenzverwalter eine zu erwartende Quote nicht benennen. Nach seinen Ausführungen könne er wohl in einem dreiviertel Jahr erste Angaben zur Quote machen, die die Anleger erwarten könnten. Im Übrigen würde sich das Verfahren schon aufgrund der Größe zeitlich ziehen, wobei dem Insolvenzverwalter wegen dem hohen Anteil älterer Anleger eine zeitnahe Zwischenlösung sehr am Herzen liege.

Wer dann Eigentümer der Container ist, bleibt unklar.

Von der eigenständigen Verwertung erworbener Containern rät der Insolvenzverwalter ausdrücklich ab, da dies aufgrund der schwierigen Eigentumslage praktisch unmöglich sein dürfte. Nach Ansicht des Insolvenzverwalters haben P&R Anleger, gleich ob ein Zertifikat ausgestellt wurde oder nicht, ohnehin kein Eigentum an den Containern. Wer dann Eigentümer der Container ist, bleibt unklar.

Rückforderungen und Ansprüche

Zum Thema der möglichen Rückforderungen der Mietzahlungen im Rahmen von sog. Insolvenzanfechtungen des Insolvenzverwalters gegen Anleger wollte sich der Insolvenzverwalter noch nicht positionieren, lehnte aber auch nicht ab, diese Rückforderungen ggf von den P&R Anlegern geltend zu machen. Sollte sich der Insolvenzverwalter noch dazu entscheiden, diese Ansprüche für die Insolvenzmasse geltend zu machen, kommt auf die Anleger eine erneute Hiobsbotschaft zu, da dann der Insolvenzverwalter die erhaltenen Mietzahlungen und Auszahlungen der letzten Jahre von den Anlegern zurückfordern wird.
 
Neben dem Verfolgen der Ansprüche im Insolvenzverfahren haben die Anleger auch die Möglichkeit, sich an weitere Verantwortliche zu wenden. So wies auch der Insolvenzverwalter darauf hin, dass ein Vorgehen gegen die Vermittler der Beteiligungen denkbar sei. Vermittelt hatten hier unter anderem namhafte Banken, an die sich die Anleger individuell wenden müssen. Die Ansatzpunkte sind hier gut, vor allem erkennt auch der Insolvenzverwalter, dass die meisten Anlagen zur Altersvorsorge abgeschlossen wurde, in der die Anleger etwa unter dem Stichpunkt „schwimmendes Festgeld“ in ein vermeintlich sicheres Produkt investierten wollte. Wegen der laufenden Verjährung kann das Insolvenzverfahren nicht abgewartet werden.
 
KAP Rechtsanwälte verfolgen für Mandanten neben der Insolvenz auch die Ansprüche gegen weitere in Betracht kommende Gegner, wie Vermittler, Hintermänner und Banken um unseren Mandanten zu einem hoffentlich raschen Rückfluss von Geldern zu verhelfen. Klage ist bereits eingereicht.



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