Lehman Brothers, Lehman Zertifikate: Banken verhindern weitere BGH-Urteile in Sachen Lehman

Lehman Zertifikate: Neuer Termin am Bundesgerichtshof

Neuer Termin am Bundesgerichtshof in Sachen Lehman Brothers Zertifikate

Der Bundesgerichtshof hat einen neuen Verhandlungstermin für den 26.06.2012 festgesetzt, um über die vier Verfahren - Az. XI ZR 316/11, XI ZR 259/11, XI ZR 355/10 und XI ZR 356/10 - betreffend die Haftung von beratenden Bank im Hinblick auf Lehman Brothers Zertifikate. Es bleibt also weiter spannend. 

Bei den anstehenden Verhandlungen soll nun entschieden werden, ob die zu beratende Bank ihrer Aufklärungspflicht gegenüber den Anlegern nicht oder nicht vollständig nachgekommen ist. Kritisch für Banken kann insbesondere nach wie vor die Frage werden, ob diese auch über Gewinne, die umsatzabhängig erfolgen, hätte aufklären müssen. Für geschädigte Lehman Anleger könnte ein solches Urteil wegweisend sein und die Geltendmachung von Ansprüchen aus Fehlberatung deutlich erleichtern.

Hoffnung auf Urteil des Bundesgerichtshofs

Schon im Februar dieses Jahres hofften die Rechtsanwälte der Kanzlei KAP Rechtsanwälte auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs zugunsten der Anlege, was die Banken aber verhinderten. Dort ging es ebenfalls um einen Anleger, welcher von seiner beratenden Bank Zertifikate empfohlen bekommen hat und später feststellen musste, dass der Berater wichtige Details, wie Provisionen und Gewinnmargen, verschwiegen hat. Lesen Sie dazu auch unsere vorangegangen Presseberichte vom 09/2011 und 02/2012 auf unserer Homepage.

Nach den Entscheidungen der Vorinstanz OLG Frankfurt am Main 17 U 111/10 ist die Bank ihrer Aufklärungspflicht nicht genügend nachgekommen, da sie über einem Interessenkonflikt- nämlich an der Umsatzprovision- den der Anleger hätte informieren müssen. Nur so könne dieser das Umsatzinteresse der Bank einschätzen und beurteilen, ob diese ihm eine bestimmte Geldanlage nur deshalb empfehle, weil sie selbst daran verdiene. 

Kommt die Bank dieser Pflicht nicht oder nur eingeschränkt nach, machen sich die Bank schadensersatzpflichtig. In diesem Fall können die betroffenen Anleger auf ein Rückzahlung ihres eingesetzten Kapitals plus Zinsen hoffen. Wir sehen dem neuen Termin am BGH positiv entgegen und werden für Sie weiter berichten.

Stand: München, 18.04.2012



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