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Lebensversicherung - kündigen, widerrufen oder widersprechen?

Entwicklung Lebensversicherungen mit Garantiezins?

Viele Versicherte sind verunsichert und mit der Entwicklung ihrer laufenden Lebensversicherung (z.B. Generali Lebensversicherung) unzufrieden. Bei den anhaltenden Niedrigzinsen werfen die (Lebens-) Versicherungen kaum mehr die Rendite ab, die Anlegern bzw. Versicherten bei Abschluss in Aussicht gestellt wurden. Und dabei macht es kaum einen Unterschied, ob es sich um eine fondsgebundene oder "klassische" Lebensversicherung mit Garantiezins handelt. 

"Wie verhalte ich mich mit meiner Versicherung nun richtig?" - Falls Sie sich auch mit dieser aktuellen Frage beschäftigen, lohnt sich ein Blick auf das Wesentliche. Denn die Auswirkungen und Unterschiede die "Lebensversicherung zu lösen" sind enorm. Sie finden im folgendem Beitrag Informationen und Hintergründe zu den Möglichkeiten und unsere Empfehlungen für Ihre Lebensversicherung: Lebensversicherung kündigen, Lebensversicherung widersprechen bzw. widerrufen, stilllegen, stillhalten oder aussitzen.

Lebensversicherung kündigen

Die Kündigung der Lebensversicherung ist eine Variante. Diese kann - je nach Versicherung - dazu führen, dass der derzeitige Wert der Lebensversicherung oder ein von der Versicherungsgesellschaft berechneter Zeit- oder sog. “Rückkaufswert Lebensversicherung” ausbezahlt wird. Bei einigen Versicherungen ist dieser Wert bestenfalls der Gegenwert der bisher eingezahlten Beiträge. Gerade bei jüngeren Versicherungen liegt er sogar meist unter den bisherigen Einzahlungen, da in der Anfangszeit erhebliche Abzüge für Verwaltungs- und Abschlusskosten gemacht warden und Zahlungen des Versicherungsnehmers nicht voll in seinen Versicherungsvertrag einfließen.

Es kann ratsam sein, die Kündigung mit anwaltlicher Begleitung zu erklären, damit die Kündigung einen Widerruf / Widerspruch nicht ausschließt.

Lebensversicherung widersprechen

Der sog. "Widerspruch Lebensversicherung" ist ein Mittel, mit dem sich häufig ein interessanter und lohnenswerter Ausstieg aus der Versicherung realisieren lässt: Grundsätzlich haben Versicherungsnehmer ein gesetzliches Widerspruchsrecht und können vom Abschluss ihrer Versicherung 14 bzw. 30 Tage nach Abschluss noch widersprechen.

Der Vorteil liegt hier im Detail - Stichwort "Widerspruchsrecht": Wenn die Versicherungen die Versicherungsnehmer bei Abschluss nicht oder nicht nach den gesetzlichen Vorgaben über ihr Recht zum Widerspruch belehrt haben, beginnt die Widerspruchsfrist nicht zu laufen und Kunden können auch noch Jahre nach Abschluss der Versicherung und sogar nach der Kündigung noch widersprechen.

Die Wirkung eines solchen Widerspruchs im Vergleich zur Kündigung ist vorteilhafter: der Versicherungsvertrag wird von Anfang an rückabgewickelt. D.h. der Kunde bekommt grundsätzlich seine kompletten eingezahlten Beiträge zurück. Hinzu kommen die so genannten Nutzungen, also das, was die Versicherungskonzerne in den vergangenen Jahren mit dem Geld des Kunden verdient haben. Hierdurch lassen sich im Nachhinein oft doch noch gute Renditen für die Versicherten berechnen. Lediglich hinsichtlich des Todesfallschutzes muss sich der Kunde einen entsprechenden Wert gegenrechnen lassen, im Durchschnitt wenige hundert Euro. Durch ein Urteil des europäischen Gerichtshofes sind die Möglichkeiten des Widerspruches inzwischen bei fast allen älteren Versicherungen gegeben: das Gericht urteilte, dass eine deutsche Regelung unrechtmäßig ist, wonach die Widerspruchsbelehrung auch erst mit der Übersendung der Versicherungspolice erfolgen konnte. Ein häufiges modell deutscher Versicherungen. Dies hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil bestätigt (BGH IV ZR 76/11). Hiervon betroffen sind viele tausende Versicherungsverträge, auch bereits abgelaufene oder gekündigte Versicherungen, aus denen die Kunden nachträglich noch tausende Euro erhalten können.

Lebensversicherung widerrufen - Mehr zum Widerrufsrecht

Bleibt die Variante des Widerrufs. Die Möglichkeiten des Widerrufs hatten in der letzten Zeit vor allem in der Kreditwirtschaft zu Aufsehen gesorgt. Dort hatten reihenweise Kunden ihre alten Darlehensverträge mit fehlerhaften Widerrufsbelehrungen beendet und auf neue, günstige Zinsen umgeschuldet.

Juristisch entspricht der Widerspruch bei den Versicherungen dem Widerruf bei Darlehen. Es kann darüber hinaus unter bestimmten Umständen auch ein Widerrufsrecht bei Versicherungen geben (etwa, wenn diese im Rahmen eines so genannten Fernabsatzgeschäftes geschlossen wurden), damit kann das Widerrufsrecht ein zusätzlicher Bonus für Kunden sein, bei denen z.B. die Widerspruchsbelehrung korrekt erteilt worden ist. Für Versicherungsnehmer, die mit der Entwicklung ihrer Lebensversicherung unzufrieden sind, lohnt sich die Überprüfung der juristischen Möglichkeiten. Oftmals schlummert in der enttäuschenden Versicherung noch erhebliches juristisches Potential, um die Entwicklung doch noch positiv zu beeinflussen.

Stillhalten, stilllegen bzw. aussitzen

Das Stillhalten bzw. Aussitzen ist am einfachsten erklärt: hierbei wird die Versicherung entweder wie bisher weitergeführt oder "stillgelegt", d.h. die Beiträge werden je nach Versicherung komplett oder zu einem Großteil ausgesetzt oder reduziert. Je nach Versicherung spart der Versicherungsnehmer damit die monatlichen Raten ganz oder zu einem großen Teil.

Der Nachteil liegt jedoch auf der Hand: die Verträge laufen mit den niedrigen Renditen weiter, haben kein “frisches” Geld mehr, dass zugunsten des Versicherungsnehmers investiert werden kann. Die Versicherungen werden sich bis zum Ende der Laufzeit kaum im Ansatz so entwickeln, wie noch bei Abschluss vorgestellt. Diese Variante ist daher nur demjenigen zu empfehlen, der mit der derzeitigen Entwicklung der Versicherung leben kann und für den die Versicherung nur eine kleine Beimischung zum Altersvorsorge-Konzept war und dementsprechend ein Wegfall dieses Bausteins nicht weiter schadet.

Unsere Tipps für Ihre Lebensversicherung

Tipp: Sinnvolles Zeitfenster für den Widerspruch Lebensversicherung

Die Einteilung von bestimmten Zeiträumen, in denen der Widerspruch Sinn macht und Zeiträumen, in denen kein Widerspruch mehr möglich ist, ist praktisch unmöglich. Hintergrund ist unter anderem, dass jede Versicherung zu unterschiedlichen Zeiträumen unterschiedliche Belehrungen verwendet haben und damit eine klare Angabe von Zeiträumen nicht seriös möglich ist.

Als Faustformel kann jedoch festgehalten werden, dass Versicherungen, deren Kündigung / Rückzahlung mehr als 5 Jahre zurück liegt oder die schon vor einem sehr langen Zeitraum (vor 1990) abgeschlossen wurden, grundsätzlich schwerer anzugehen sind, als aktuellere Verträge. Hierbei ist jedoch auch zu beachten, dass sehr neue Verträge (seit 2014) in der Regel eine "bessere" Widerspruchsbelehrung aufweisen, da das Thema sich dann bei den Versicherungen herumgesprochen hatte. Auch hier gibt es jedoch von Versicherung zu Versicherung noch Ansatzmöglichkeiten. Eine kurze Prüfung ist daher unumgänglich, auch bei Versicherungen, die in einen "sicheren" Zeitraum fallen würden.

Tipp 2: Auch nach Kündigung den Rückkaufswert verhandeln

So kann sich beispielsweise ein von unserer Kanzlei vertretener Versicherungsnehmer (Swiss Life Liechtenstein AG) über einen erheblichen Erfolg freuen: Die Versicherung erstattet im Rahmen eines nun rechtskräftigen Vergleiches den kompletten eingetretenen Verlust von Euro 88.518,91 nach der Kündigung im Jahr 2012.

Darum lieber Widerspruch statt Versicherung kündigen

München, den 12.01.2017 – Viele Lebensversicherungs Kunden sind enttäuscht von den Renditen ihrer Versicherung in den letzten Jahren und überlegen nun einen Ausstieg. Sie wollen sich weiteren Ärger mit der Lebensversicherung sparen und das angesparte Geld besser anlegen. Darum ist ein Widerspruch der bessere Weg zur Kündigung.



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Lebensversicherung - darum Widerspruch, Widerruf der Kündigung vorziehen.

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