Albis Capital Liquidation

Albis Capital AG & Co. KG – Liquidationsbeschluss

Albis Capital AG & Co. KG – Liquidationsbeschluss

Lange hat es gedauert und ein zweiter Anlauf war nötig: mit Schreiben vom 21.01.2013 informiert die Albis Capital AG & Co. KG ihre Anleger, dass nach erneutem Beschluss die Anleger zu 80,48% der abgegebenen Stimmen für eine Liquidation der Gesellschaft gestimmt haben. Somit sei mit Wirkung 31.12.2012 24.00 Uhr die Liquidation derAlbis Capital AG & CO. KG beschlossen.

Für die Anleger stellt sich die Frage, welche Auswirkungen eine solche Liquidation mit sich bringt?

Zunächst ist nur klar, dass die Kanzlei Dr. May, Hofmann & Kollegen die Liquidation durchführt. Was dies konkret für die Anleger bedeuten wird, bleibt offen. Bereits im Schreiben der Kanzlei Dr. May, Hofmann & Kollegen aus April 2012 wird deutlich, dass die Anleger im Falle einer Liquidation wohl an die Gesellschaft zahlen sollen. Hier wird darauf Bezug genommen, dass die Anleger, die entweder im Rahmen des Classic-Vertrages selbst erhaltenen Ausschüttungen  oder die im Rahmen des Classic-Plus-Vertrages umgebuchten Zahlungen wieder an die Gesellschaft zahlen müssten. Zudem sollen Anleger, die in Sprint-Verträge investiert hatten, nach wie vor ihre Raten erbringen.

Albis Capital - Rückzahlungsverpflichtung der Anleger?

Wir hatten hierzu bereits eine Einschätzung wiedergegeben: Wir sehen eine Rückzahlungsverpflichtung der Anleger nicht, da die Regelungen des Gesellschaftsvertrages der Albis Capital AG & Co. KG widersprüchlich sind. Darüber hinaus ist dem Prospekt bereits nicht deutlich zu entnehmen, welche Zahlungsverpflichtungen ein Anleger im Falle der Liquidation hat. Die von uns vertretenen Anleger gingen jedenfalls bei Zeichnung davon aus, was ihnen auch nicht anders erläutert wurde, dass sie nach Einzahlung ihrer Einlage keine weiteren Zahlungen zu leisten haben. Dies unabhängig davon, ob sie in der Zwischenzeit Geld von der Gesellschaft erhalten. Zudem können wir auch keine Zahlungsverpflichtung bezüglich angeblich offener Raten erkennen, da sich diese Verpflichtung aus unser Sicht spätestens mit Beschluss der Liquidation erledigt hat. 

Darüber hinaus kann einem angeblichen Zahlungsanspruch der Albis Capital AG & Co. KG auch der eigene Anspruch des Anlegers gegen die Gesellschaft entgegengehalten werden. Die von uns vertretenen Mandanten werfen der Albis Capital AG & CO. KG eigene Pflichtverletzungen, wie etwa einen unplausiblen Prospekt, vor. 

Diese Einwände der Anleger führen aus Sicht der KAP Rechtsanwälte dazu, dass die Gesellschaft erneut in ihrem Schreiben vom 21.01.2013 den Anlegern vorschlägt, sich mit der Gesellschaft zu vergleichen und dahingehend mit der Kanzlei Dr. May, Hofmann & Kollegen in Verbindung zu setzen. Nach eigenen Angaben der Kanzlei ist dies jedoch von Schwierigkeiten begleitet, da die Kapazitäten zum Erreichen der Kanzlei noch nicht ausreichend seien. Dies spricht auch dafür, dass die Frage der Liquidierung sich noch etwas hinziehen wird, da sicherlich die Gesellschaft erst einmal abwarten will, was mit den einzelnen Anlegern für Vergleiche geschlossen werden können. Dabei besteht die Gefahr, dass durch die Vergleichszahlungen einzelner Anleger, der Gesellschaft dann auch wieder Geld zur Verfügung steht, um andere Anleger hinsichtlich angeblicher Zahlungsverpflichtungen zu verklagen.

Schaden ausgleichen? 

Abgesehen von der Problematik der weiteren Zahlungen an die Albis Capital AG & Co. KG nach deren Liquidation, bleibt selbstverständlich für den Anleger nach wie vor die Frage, wie er den immensen Schaden, den er erlitten hat und ggf. auch noch weiter erleidet, ausgleichen kann. Neben dem Berater, der die Beteiligung empfohlen hat, sehen wir insbesondere auch das Emissionshaus Rothmann & Cie. (jetzt HFT Hanseatische Treuhand GmbH) in der Haftung. Sowohl der 6. Senat des Hanseatischen Oberlandesgerichts als auch der 14. Senat des Hanseatischen Oberlandesgerichts hatte in von uns vertretenen Verfahren im Rahmen des Parallelfalls ALAG Automobil GmbH & Co. KG bereits durch Hinweise signalisiert, eine solche Haftung der HFT für annehmbar zu halten.

Aus unserer Sicht ist abgesehen von der Beendigung der Gesellschaft zum Stichtag 31.12.2012 mit der Liquidation noch keine Entspannung der Lage eingetreten, vielmehr wird den Anleger in der nächsten Zeit erst einmal die Problematik der durch den Liquidator Dr. May, Hofmann & Kollegen geforderten Zahlungen erreichen.

München; 22.01.2013, Akt. 25.01.2013



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