Zinsbindungsfrist Helaba Bank Finanzierungen – Sparenta, Lex-Konzept-Rente, Clerical Medical, Anleger, Lebensversicherung

Zinsbindungsfrist bei Helaba Finanzierungen läuft aus – was Anleger tun können

Zinsbindungsfrist bei Helaba Finanzierungen läuft aus – was Anleger tun können

Anlegern der sog. „Hebelmodelle“ SpaRenta und der Lex-Konzept-Rente, System-Rente oder Sicherheits-Kompakt-Rente (SKR), die unter einer enormen Darlehensschuld bei der Helaba oder Frankfurter Bankgesellschaft (ehemals LB Swiss, Helaba Schweiz) leiden, flattert zur Zeit unangenehme Post der Bank ins Haus:

Sie hatten um die Jahre 2000 ein Rentenmodell gezeichnet, dass auf einer Finanzierung der Helaba, oft in Schweizer Franken (CHF), basiert. Die damals vereinbarte Zinsbindung ist jetzt abgelaufen oder läuft in Kürze ab. Für die Anleger stellt sich nun die Frage, ob sie eine neue Zinsvereinbarung mit der Helaba unterzeichnen sollen. Geschädigten fällt in diesem Zusammenhang oft weiter auf, dass die zur Sicherheit des Darlehens dienende Lebensversicherung - bei der Generali (Sparenta) oder Clerical Medical Investment (andere Modelle) - zur Rückzahlung des vereinbarten Darlehensbetrages nicht ausreicht. Auch das zur Tilgung gedachte Wertpapierdepot weist erhebliche Defizite auf. Viele Anleger sind verunsichert und haben Existenzängste.

Besonders perfide: bei den Modellen SpaRenta, Lex-Konzept-Rente, System-Rente und Sicherheits-Kompakt Rente (SKR) handelt es sich um Modelle, die Anlegern zur Altersvorsorge verkauft wurden. Die Basis war hier jeweils die Versicherung; In diese wurde ein erheblicher Einmalbetrag geleistet, der nicht aus Eigenmitteln, sondern zum größten Teil aus einer Finanzierung bei der Helaba geleistet wurde. Hierbei wurde eine Darlehenslaufzeit von 15 Jahren vereinbart. Aus den regelmäßigen Auszahlungen der Generali Lebensversicherung sollten im Falle der SpaRenta die Zinsen des Darlehens abgeleistet werden. Zur Tilgung des oft sechs stelligen Darlehens war ein Wertpapierdepot erworben worden.

Ähnlich verhält es sich mit den Modellen der Lex-Konzept-Rente, Sicherheits-Kompakt-Rente und System-Rente. Dort wurde ein Lebensversicherungsvertrag mit der britischen Lebensversicherung Clerical Medical (kurz CMI) abgeschlossen. Verschlimmert durch eine ggf. bestehende Fremdfinanzierung über den Schweizer Franken, klafft die Differenz zwischen dem Wert der Lebensversicherung und des Wertpapierdepots zum bestehenden Darlehenssaldo immer weiter auf. Der Schweizer Franken weist die letzten Monate eine scheinbar kaum zu stoppende Wertentwicklung auf, was bei den Anlegern weitere Sorgen verursacht. Der Schaden wird damit mit der Zeit immer größer.

"Gern verdrängen Anleger dieser Modelle diese Problematik bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Zinsbindungsfrist abläuft, die zumeist nach 10 Jahren nach Abschluss des Darlehensvertrages endet." führt Fachanwältin für Bank und Kapitalmarktrecht Anja Appelt, Partnerin der Kanzlei KAP Rechtsanwälte, aus. Die auf den Anlegerschutz spezialisierte Kanzlei vertritt eine Vielzahl geschädigter Anleger. „Aus unserer Erfahrung versuchte die Helaba in der Vergangenheit mit den betroffenen Anlegern nach Ablauf der Zinsbindung anstatt einer nur notwendigen sog. Prolongation („Verlängerung“), neue Darlehensverträge abzuschließen“ so Appelt weiter.

In der späteren Auseinandersetzung mit der Bank berief sich die Bank dann häufig darauf, dass die nach Zinsbindungsende abgeschlossenen Darlehensverträge neue Verträge seien und damit Ansprüche aus dem ursprünglich abgeschlossenen Darlehensvertrag erledigt seien. Vorsicht ist beim Abschluss neuer Verträge also angebracht.

Nach Ansicht von Rechtsanwalt Thorsten Krause, ebenfalls Partner der Kanzlei KAP Rechtsanwälte, kann dieser Einwand nicht gelten. „Aus unserer Sicht hat der Geschädigte in beiden Fällen einen Anspruch gegen die Helaba. Neben der Widerrufsmöglichkeit des Darlehensvertrages können aus unserer Sicht auch die gegenüber der Generali und der Clerical Medical bestehenden Schadensersatzansprüche, auch der Bank entgegengehalten werden.“ Vor diesem Hintergrund ist der geschädigte Anleger nicht auf Gedeih und Verderb der Bank ausgeliefert.

Betroffene sollten durch einen spezialisierten Rechtsanwalt prüfen lassen, ob sie ordnungsgemäß beraten und belehrt wurden, dann können die Ansprüche gegenüber der Bank dargelegt werden, um mit dieser ggf. eine gütliche Beilegung zu erreichen." Da zum Ende diesen Jahres eine absolute Verjährung für Verträge, die bis zum 31.12.2001 abgeschlossen wurden, eintritt, sollte unverzüglich Rat gesucht werden." erklärt Rechtsanwältin Anja Appelt weiter. Insbesondere wenn die Bank ein Angebot zur weiteren Festschreibung der Zinsbindung versandt hat, lohnt es, dieses durch einen Anwalt überprüfen zu lassen. Daneben sollten auch Klagen sowohl gegenüber Clerical Medical als auch der Generali und der SpaRenta GmbH parallel überprüft werden, raten die KAP Rechtsanwälte. Erste positive Urteile gibt es bereits.

Stand: München, 10.2011, Update 10.2015



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