Grüne Werte Energie GmbH – wie geht es weiter?

Grüne Werte Energie GmbH – wie geht es weiter?

Grüne Werte – Fragen bleiben auch nach dem Wertbrief Nr. 08

München 14.12.2017; Eigentlich sollten die Wertbriefe der Grüne Werte Energien GmbH (kurz: "Grüne Werte") den Anlegern aktuelle Informationen zu ihrer Geldanlage liefern. Nun haben die Anleger Ende November 2017 nach über einem Jahr und mit einiger Verzögerung den Wertbrief Nr. 08 erhalten. Die Verzögerung begründet die Grüne Werte im Anschreiben an die Anleger mit Umstrukturierungsmaßnahmen, die sie im vergangenen Quartal aber endgültig abgeschlossen haben will. 

So will die Grüne Werte nach eigenen Angaben zwar Maßnahmen getroffen haben, um die Probleme mit den seit 2016 ausbleibenden Zinszahlungen zu beheben. Informationen dazu, welche Maßnahmen dies konkret sein sollen und wann die Anleger mit der Wiederaufnahme der Zahlungen rechnen können, finden sich im Wertbrief jedoch nicht. 

Stattdessen wird den Anlegern vor allem das Gefühl vermittelt, die Projekte der Grünen Werte würden gute Fortschritte machen. Tatsächlich sind die Informationen zu diesen Projekten aber sehr vage gehalten. Die Grüne Werte teilt etwa mit, dass das Genehmigungsverfahren für die Biogasanlage in San Rocco abgeschlossen wäre und sie mit einer ersten Auszahlung der GSE Vergütung im vierten Quartal 2017 rechnen würde. Konkrete Angaben lässt der Wertbrief aber auch hier vermissen. Die Anleger erhalten weder Informationen dazu, wann mit der „ersten Auszahlung der GSE Vergütung“ (die GSE ist die in Italien u.a. für Photovoltaik und die Vergabe von Fördermitteln im Energiebereich zuständige Behörde) gerechnet werden kann, noch wie hoch diese ausfallen sollen. Ob und wann weitere Auszahlungen erfolgen sollen und vor allem in welcher Höhe, bleibt ebenfalls unbeantwortet.

Die Verantwortung für die ausbleibenden Zinszahlungen findet die Grüne Werte im Wertbrief dagegen vor allem bei Dritten. So soll ein Missverständnis zwischen der Genehmigungsbehörde und dem Projektleiter der Biogasanlage in Italien dazu geführt haben, dass die Einspeisevergütung teilweise reduziert und nur verspätet ausgezahlt werden konnte. Betreffend die Biogasanlage in Lettland soll eine Bank eine verbindliche Finanzierungszusage zurückgezogen haben. Auch die negativen Schlagzeilen in der Presse würden laut Angaben der Grünen Werte lediglich auf einem Missverständnis beruhen.

Letztlich kann auch der Wertbrief Nr. 08 die nach dem Ausbleiben der Zinszahlungen aus unserer Erfahrung berechtigten Zweifel der Anleger am Konzept der Grüne Werte Gruppe nicht zerstreuen. Der Wertbrief hinterlässt den Eindruck, dass die Grüne Werte in erster Linie die Anleger dazu bewegen möchte, an ihren Geldanlagen festzuhalten. 

Ob ein Ausstieg möglich ist, sollten die Anleger trotzdem prüfen lassen. Denn bei den Geldanlagen der Grünen Werte handelt es sich um hochriskante Vermögensanlagen, mit denen die Anleger – ohne jegliche Sicherheit – am Ergebnis des Unternehmens partizipieren. Hier besteht auch weiterhin Grund zur Besorgnis.

Grüne Werte Energie GmbH – wie geht es weiter?

München/Hamburg, 25.09.2017 - Bereits in unserem Artikel (Grüne Werte - hohes finanzielles Risiko vom Juli 2017) haben wir erläutert, dass die Investition in die Grüne Werte GmbH (kurz: "Grüne Werte" mit hohen finanziellen Risiken verbunden ist, zumal, da bereits seit 2016 diverse Zinszahlungen ausbleiben.

Nachdem die Anleger lange über die aktuelle Situation im Unklaren gelassen wurden, hat die Grüne Werte Energie GmbH mit Rundschreiben vom 27.06.2017 den Anlegern nun ein paar oberflächliche Informationen mitgeteilt. So wird in diesem Rundschreiben die aktuelle Aussetzung der Zinszahlungen als eine der „im Rahmen der prospektierten und rechtlich zulässigen Möglichkeiten der Nachrangdarlehen“ zur Stabilisierung bezeichnet; ein Grund zur Sorge bestünde nicht.

In dem Rundschreiben suggeriert die Grüne Werte GmbH, dass alle Projekte gut laufen. Dies sehen wir skeptisch: betrachtet man die Aussagen genauer, ergibt sich für uns folgendes Bild:

Für das Projekt in Italien wurde bisher lediglich „der GSE  Antrag“ gestellt (GSE steht für Gestore dei Servici Energetici, der in Italien u.a. für Photovoltaik und die Vergabe von Fördermitteln im Energiebereich zuständigen Behörde). Um was für einen Antrag es sich hierbei handelt, wird nicht mitgeteilt. Auch wird lediglich erwähnt, dass der Antrag gestellt wurde; wann mit einer Entscheidung hierüber zu rechnen ist, wird nicht gesagt. Mit umständlichen Worten legt die Grüne Werte Energie GmbH im Weiteren dar, dass sie bereits Strom einspeisen, hierfür aber nach wie vor keine Vergütung erhalten. Der geplante Verkauf von Anlagevermögen zur Erfüllung ihrer Zinsverbindlichkeiten  ist demnach ebenfalls nach wie vor nicht erfolgt.

Angekündigte Wertbrief zu Ende Juni / Anfang Juli

Der in diesem Rundschreiben angekündigte Wertbrief zu Ende Juni / Anfang Juli mit aktualisierten Informationen ist nach unseren Informationen ebenfalls bis heute nicht veröffentlicht worden.

Es finden sich andere interessante Informationen: Auf der Investitions-Homepage der Grüne Werte Energie GmbH, www.buergerzins.de, wird eine neue Anlage beworben. Der Name „Grüne Werte Energie GmbH“ findet sich in Bezug auf diese Investition, erneut ausgestaltet als Nachrangdarlehen ohne Sicherheit, nicht. Vielmehr wird dem Anleger deutlich gemacht, er investiere in die Eco Verde Trees GmbH. Der Geschäftsführer der EcoVerde Trees GmbH, Ulrich Zemke, ist auch Geschäftsführer der Grüne Werte Energie GmbH.

Es bleibt festzuhalten: 

Die Investition in sämtliche Anlagen der Grüne Werte GmbH und deren Tochtergesellschaften ist aufgrund der Ausgestaltung als Nachrangdarlehen bzw. nachrangige Namensschuldverschreibungen hoch riskant, Sicherheiten werden dem Anleger keine geboten.

Grüne Werte Erfahrungen

Sollten Sie bereits in die Grüne Werte GmbH investiert haben, prüfen wir gerne für Sie, ob ein Ausstieg aus der Beteiligung möglich ist.



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