clerical medical, Clerical Medical Klagen, Streitverkündung

Clerical Medical Klagen
Streitverkündung durch CMI -
was steckt dahinter?

Was steckt hinter einer Streitverkündung durch Clerical Medical / CMI?

Anleger, die Klagen gegen Clerical Medical (kurz CMI) eingereicht haben, insbesondere, wenn es um Verluste aus einem so genannten Hebelmodell ging, erhalten meist mit der ersten Reaktion der Anwälte der CMI eine so genannte "Streitverkündung".

Doch was bedeutet das eigentlich?

Um zu verstehen, weshalb Clerical Medical diese Streitverkündung erklärt, muss man zwei Dinge verstehen: erstens, was eine Streitverkündung rechtlich bedeutet und zweitens, welches Interesse Clerical Medical damit verfolgt.

Nach der Zivilprozessordnung kann eine Streitverkündung erklärt werden, wenn man glaubt, einen Anspruch gegen einen Dritten zu haben, wenn man die gegen eine gerichtete Klage verlieren sollte. Prominentes Beispiel ist hier der Baunternehmer, der den Dachstuhl von einem externen Zimmerman bauen ließ. Verklagt nun der Häuslebauer den Bauunternehmer, kann dieser dem Zimmermann den Streit verkünden. Sinn dahinter ist, dass in dem anschließenden Prozess zwischen Bauunternehmer und Zimmermann die Feststellungen aus dem ersten Prozess verwertet werden können. Entsprechendes bei Prozessen gegen Clerical Medical: Diese verkündet dem Vertriebsmitarbeiter den Streit mit der Begründung, dass sie ggf. einen Anspruch gegen den Vermittler habe, wenn der Anleger den Prozess gewinnt.

Neben dieser rein rechtlichen Betrachtung gilt es auch noch, das Interesse der Clerical Medical im Auge zu behalten, um den wahren Sinn der Streitverkündung zu verstehen. Hierzu ist es wichtig zu wissen, dass die Gerichte vor der Weiterleitung einer solchen Streitverkündung nicht prüfen, ob diese Sinn macht oder gerechtfertigt ist. Es genügt, wenn beispielsweise die Clerical Medical behauptet, im Falle des Unterliegens einen Anspruch gegen den Streitverkündeten zu haben, damit die Streitverkündung zugestellt wird. Auf der anderen Seite muss man sich die Wirkung einer solchen Streitverkündung vor Augen führen: der bislang nichtsahnende Vermittler erhält eine Klageschrift offiziell vom Gericht zugestellt und findet sich plötzlich als Beteiligter vor Gericht wieder. Und das, obwohl die Vermittler in aller Regel nichts zu befürchten haben dürften.

Der Grund, weshalb Clerical Medical den Vermittlern regelmäßig den Streit erklärt, ist nach unserer Ansicht ein anderer: Die Vermittler sind wichtige Zeugen, die in aller Regel für die Clerical Medical ungünstige Aussagen zu Verkaufsargumenten und Schulungen machen. Durch die Streitverkündung wird dieser gefährliche Zeuge "neutralisiert", so jedenfalls die Hoffnung der CMI. Entweder tritt der Vermittler dem Streit bei und kann als Partei des Rechtsstreits nicht mehr als Zeuge gehört werden, oder er ist durch die Mengen an Papier, die ihm durch ein Gericht zugestellt wurden so verunsichert, dass die Zeugenaussage weniger Gewicht hat.

Beruhigend für Anleger und ihre Vermittler dürfte allerdings sein, dass dieses Procedere der Streitverkündung auch in den meisten Fällen erfolgt ist, in welchen Oberlandesgerichte dem Anleger am Ende Recht gegeben haben.

Stand: September 2011



Anfrage

Ich brauche Ihre Unterstützung. Bitte kontaktieren Sie mich ohne Anfall von Kosten.
Streitverkündung durch CMI - was steckt dahinter?.

Schnellanfrage