Riskante Hebelmodelle - was wusste CMI

Riskante Hebelmodelle - was wusste CMI

Riskante Hebelmodelle - was wusste Clerical Medical?

München, September 2011 - Anleger, die in Hebelmodelle unter Verwendung von Lebensversicherungspolicen der englischen Clerical Medical (CMI) investiert hatten, sehen sich inzwischen hohen Darlehensforderungen ausgesetzt. Wer den Schaden von Clerical Medical auf gerichtlichem Wege ersetzt haben wollte, stand lange Zeit vor dem Problem, dass nicht nachzuweisen war, dass und in welchem Umfang die Verantwortlichen bei Clerical Medical Kenntnis von diesen so genannten Hebelmodellen hatten. Neuere Beweisaufnahmen vor deutschen Gerichten haben dies nun geändert.

Hintergrund dieser Klagen sind so genannte Hebelmodelle. Deren wesentlicher Grundgedanke war es, dass der Anleger ein Darlehen aufnimmt um dieses zum Teil oder vollständig in eine Lebensversicherungspolice bei Clerical Medical zu investieren. Planmäßig hätte diese Versicherungspolice eine Rendite abwerfen sollen, die es zum einen ermöglichte, die laufenden Zinsen für das Darlehen zu zahlen, zum anderen am Ende der Laufzeit das Darlehen zu tilgen und trotzdem einen erheblichen Gewinn gemacht zu haben. Manche Modelle sahen vor, dass sich der Anleger nach z.B. 15 Jahren eine lebenslange "Rente" aus der Lebensversicherung auszahlen lassen könnte. Manche Modelle kombinierten weitere Bausteine, wie weitere Versicherungen oder Fondssparpläne, das Prinzip blieb jedoch immer das Gleiche. Die bekanntesten dieser Modelle waren der EuroPlan, die Lex-Konzept-Rente (auch LEX-Rente),die Sicherheits-Kompakt-Rente "SKR", die Schnee-Rente und diverse kleinere Modelle. 

Geschädigte Anleger, die in der Vergangenheit den entstandenen Schaden von Clerical Medical ersetzt haben wollten, hatten es bis vor einiger Zeit noch sehr schwer, Ihre Rechte geltend zu machen. Ein wesentlicher Punkt in den Gerichtsverfahren ist es, dass Clerical Medical eine Kenntnis von der Existenz dieser Hebelmodelle und der Einbindung ihrer Lebensversicherungspolicen in diese nachgewiesen werden musste. Verfügen Anleger oder ihre Anwälte hier nicht über das nötige Hintergrundwissen, konnte sich Clerical Medial häufig damit verteidigen, von diesen Produkten nichts gewusst zu haben und damit auch nicht haftbar zu sein.

Besonders deutlich zeigte sich dies in der Vergangenheit z.B. am Beispiel des so genannten Europlans. Obwohl der Initiator des EuroPlans und Mitarbeiter des Masterdistributors EMF vor mehreren Gerichten ausgesagt hatten, dass jede Version des EuroPlan-Verkaufsprospektes der Clerical Medical zur Kenntnisnahme zugesandt worden waren, behaupteten die Anwälte der Versicherung bis vor wenigen Monaten noch, dass Clerical Medical keine Kenntnis von dem Prospekt gehabt und erst recht keinen kompletten Prospekt besessen hatte. Erst als eine Mitarbeiterin der Clerical Medical vor dem Landgericht Coburg aussagte, einen solchen Prospekt im Original gesehen zu haben, änderte sich der Vortrag der Clerical Medical in den Prozessen.

Die Frage, ob die Clerical Medical auch Kenntnis von den übrigen Hebelmodellen und der Einbindung ihrer Versicherungen in diese Anlagemodelle hatte, erfährt gerade eine ähnliche Wandlung. Während Clerical Medical sich vor Gericht weiter auf den Standpunkt stellt, dass sie lediglich eine Lebensversicherung verkauft habe, ohne zu ahnen, was die Anleger damit "anstellten", klingen die Zeugenaussagen ehemaliger leitender Mitarbeiter anders. Kenntnisse der verschiedenen Hebelmodelle scheinen für diese Mitarbeiter selbstverständlich, ebenso wie die Tatsache, dass offensichtlich erfasst wurde, welche Versicherungsverträge in welchem Umfang so genannte "fremdfinanzierte" Versicherungen waren. All dies spricht für eine genaue Kenntnis auch von den Hebelmodellen. Nicht zuletzt waren es diese Hebelmodelle, die einen Großteil des deutschen Umsatzes um das Jahr 2000 ausmachten.

Positiv für Anleger ist, dass zwischenzeitlich mehr und mehr Gerichte zu Gunsten der Anleger entscheiden, da die Gerichte die Hintergründe durchblicken.

Gefährliche Hürde für die Anleger könnte hierbei jedoch die Frage der Verjährung werden. Ansprüche aus Verträgen, die vor dem Jahr 2002 abgeschlossen wurden drohen zum 31.12.2011 zu verjähren. Wer darüber nachdenkt, seinen Schaden geltend zu machen sollte also schnell handeln. Gerne beraten wir Sie zu den Möglichkeiten des Vorgehens in Ihrem Fall. Sprechen Sie uns an oder nutzen Sie die Möglichkeit unserer Erstberatung.



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