Schreiben der ERGO Versicherung (BMS Rechtsanwälte) erhalten?

Schreiben der ERGO Versicherung (BMS Rechtsanwälte) erhalten?

Accessio Insolvenz - Schreiben der ERGO Versicherung (BMS Rechtsanwälte)

München, den 19.12.2014 - Anleger, die über die zwischenzeitlich insolvente Accessio Wertpapierhandelshaus AG (ehemals Wertpapierhandelshaus Driver & Bengsch) Wertpapiere erworben haben, erhalten aktuell Post von BMS Rechtsanwälte (Düsseldorf), die für die ERGO Versicherung auftreten.

Das Schreiben klingt erst einmal nach guten Neuigkeiten für die Accessio Geschädigten, doch was steckt dahinter?

BMS Rechtsanwälte teilen mit, dass sie die ERGO Versicherung vertreten, bei der die Accessio eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung unterhalten hatte. Diese Versicherung könnte nun für die Accessio eintreten und die Schäden der Anleger begleichen. Mögliche Ansprüche sollten bei der Versicherung angemeldet werden.

Was erst einmal nach einer hervorragenden Mitteilung klingt, wird schon im nächsten Absatz wieder entzaubert: Die Versicherung verfüge über eine Deckungssumme von gerade einmal Euro 2 Mio. pro Jahr und reicht damit auch nach Auskunft der Anwälte BMS nicht aus, um alle Schadensersatzansprüche von Anlegern zu bedienen. Es werde daher, so das Schreiben weiter, ein Verteilungsverfahren angewandt.

Im Klartext heißt dies, dass alle Forderungen gegen die Versicherung gesammelt werden, dann die Zahlung von Euro 2 Mio pro Jahr ausbezahlt und anteilig auf die Anleger verteilt wird. In Anbetracht der Tatsache, dass die Accessio beispielsweise im Dezember 2007 rund Euro 775 Mio. Anlegergelder eingesammelt hatte, erkennbar der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

Dennoch sollten ehemalige Accessio-Kunden die Mitteilung der Anwälte zum Anlass nehmen, ihre möglichen Schadensersatzansprüche noch einmal überprüfen zu lassen. Unsere Kanzlei hat das bundesweit erste Urteil erstritten (nicht rechtskräftig), in dem die DAB Bank zur Zahlung von Schadensersatz an den dort betroffenen Anleger verurteilt hat. In diversen anhängigen Verfahren hat das Oberlandesgericht München zwischenzeitlich sehr deutlich darauf hingewiesen, dass es sowohl eine systematische Fehlberatung der Accessio als auch eine Kenntnis und damit Haftung der DAB Bank AG ab einem bestimmten Stichtag sehen würde. Ein Vorgehen gegen die Bank stellt damit aus unserer Sicht eine erfolgversprechende Alternative im Vergleich zur Anmeldung der Forderungen bei der Versicherung dar, insbesondere da hier keine Deckelung der Ansprüche vorgenommen wird.

Betroffen sind insbesondere Anleger, die Papiere folgender Unternehmen über die Accessio gekauft haben:

  • HPE Hanseatic Private Equtiy AG
  • Ponaxis AG (jetzt Loginet3)
  • Pongs & Zahn AG
  • CCG Cool Chain Group
  • Cargofresh AG
  • Magnum AG
  • Windsor AG
  • CR Capital Real Estate AG
  • Salvator Grundbesitz AG
  • Adviser II Fonds
  • Captura Fonds
  • Koch Gruppe Automotive
  • Konservenfabrik Zachow GmbH & Co. KG

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