Darlehen Widerruf

Kein Ende der Widerrufsmöglichkeit bei Verbraucherdarlehensvertrag

Viel Lärm um Nichts - Kein Ende der Möglichkeit zum Widerruf beim Verbraucherdarlehensvertrag

Aktuell werden viele Verbraucher durch Pressemitteilungen oder Newsletter verunsichert, die berichten aufgrund einer Gesetzesänderung seien Widerrufe für Altverträge nur noch bis zum 27.06.2015 möglich. Diese Änderung gilt jedoch nur für die Bestellung von Waren oder Dienstleistungen, nicht jedoch für den Widerruf von Verbraucherdarlehen. Verbraucher sollten sich hierdurch nicht verwirren und auch nicht von der Ausübung Ihrer Rechte abhalten lassen.

Die Gesetzesänderung gilt nur und ausschließlich für Fernabsatzverträge (z.B. Lieferung von Waren oder Dienstleistungen nach Online-Bestellungen). Für Verbraucherdarlehensverträge ist die gesetzliche Grundlage für das Recht zum Widerruf schon eine ganz andere. Schon ein kurzer Blick ins Gesetz macht klar, dass der Widerruf von älteren Verbraucherdarlehen auch nach dem 27.06.2015 möglich ist, wenn der Verbraucher nicht ordnungsgemäß über sein Widerrufsrecht belehrt wurde.

So steht im „neuen“ § 356 BGB, der die Regelung zu einer “Ablauffrist” bei Fernabsatz-Widerrufen enthält:

"(3) Die Widerrufsfrist beginnt nicht, bevor der Unternehmer den Verbraucher entsprechend den Anforderungen des Artikels 246a § 1 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 oder des Artikels 246b § 2 Absatz 1 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche unterrichtet hat. Das Widerrufsrecht erlischt spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach dem in Absatz 2 oder § 355 Absatz 2 Satz 2 genannten Zeitpunkt. Satz 2 ist auf Verträge über Finanzdienstleistungen nicht anwendbar."
 
Leider "vergessen" viele Mitteilungen über das angebliche "Ende der Widerrufsfrist" für Altverträge, diese Einschränkung zu erwähnen, so dass bei Darlehensnehmern der Eindruck entsteht, auch für Verbraucherdarlehen gäbe es nun eine "Deadline". Das ist nach dem ausdrücklichen Willen des Gesetzgebers jedoch nicht der Fall.

Die Prüfung von Darlehensverträgen auf Fehler in der Widerrufsbelehrung wird sich also auch nach dem 27.06.2015 weiter lohnen. Deutlich über 80% der von uns geprüften Darlehensverträge können aufgrund einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung auch heute noch widerrufen werden. Für die Darlehensnehmer, die die aktuellen historisch niedrigen Zinsen für sich nutzen können, bietet der Widerruf oftmals erhebliche Einsparmöglichkeiten. Aktuelle Urteile bestätigen diese Vorgehensweise.

Stand: München, den 06.2015



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