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Proven Oil Canada – Informationsveranstaltung in Düsseldorf, Hamburg und München

Proven Oil Canada - News 2017

Bericht von der Informationsveranstaltung

Informationsveranstaltung Proven Oil Canada 05./ 06./ 07.05.2017 in Düsseldorf/ Hamburg/ München  - Viel Hoffnung und wenig Fakten - Eindrücke und Zusammenfassung

Hamburg / München, den 08.05.2017 - Die neue Geschäftsführung der Proven Oil Canada Fonds präsentierte am 05., 06. und 07.05.2017 in Düsseldorf, Hamburg und München in Informationsveranstaltungen die Pläne für die weitere Entwicklung der POC Fonds*. Die Anleger hatten große Hoffnungen in diese Veranstaltungen gesetzt, um zu erfahren, wie die ReStart Pläne der neuen Geschäftsführung konkret umgesetzt werden sollen.

Die neue Geschäftsführung bemühte sich redlich, die anwesenden Anleger von Ihren Plänen zu überzeugen. Sie führte aus, hier umfangreich in Vorleistung gegangen seien, was einmalig in der Geschichte eines Publikumsfonds sei und bereicherte den Vortrag mit Anekdoten der Probleme in Canada. Es ist zwar nicht ganz richtig, dass es “sowas” noch nicht gegeben habe, da Beiräte verschiedenster Fonds, auch aktuell in vielen von uns betreuten Fällen, die Rettung ihres Fonds angehen, aber zumindest trägt das Arrangement insoweit Früchte, als dass Frau Monika Galba als bisherige Geschäftsführung der Fonds nun abgesetzt wurde. Das ist sicher ein Erfolg für die Anleger der POC-Fonds und wird von uns ausdrücklich begrüßt.

Was meinen die Proven Oil Canada ReStart Pläne?

Weniger Konkretes erfuhren die POC-Fonds Anleger jedoch leider zu den nun anstehenden ReStart-Plänen der Gesellschaften. Wesentlicher Kernpunkt der von der neuen Geschäftsführung geplanten ReStart-Pläne ist, dass die von der insolventen COGI zu erwerbenden Öl- und Gasfelder weiter betrieben werden sollen. Durch nicht näher konkretisierte Maßnahmen soll es nach den Plänen der neuen Geschäftsführung gelingen, die Fördermenge aus diesen Quellen bis 2018 auf nahezu das Doppelte der derzeitigen Menge zu steigern. Wie dies konkret gelingen soll und welche Änderungen hierfür erforderlich sind, wurde leider ebenso wenig erläutert wie die Frage, ob erfahrene Experten diese Pläne für realistisch halten. Soweit wir das verstanden haben, sollen wohl kleine Sanierungsarbeiten die Quellen besser sprudeln lassen und zudem habe man wesentlich mehr Quellen (nämlich 1.900) als zunächst gedacht.

COGI-Quellen

Durch weitere Einzahlungen der Anleger soll der Kaufpreis für die COGI Quellen bezahlt werden und nicht konkret benannte Handlungen sollen zur Steigerung der Produktion vorgenommen werden. Hier muss der Anleger praktisch “blind” auf die neue Geschäftsführung vertrauen. Auch der Wert der Quellen wurde leider in der Informationsveranstaltung nicht erläutert. Ebenso gab es leider nur Andeutungen zum Kaufpreis der COGI-Quellen. Die Einzahlungen der Anleger, die den ReStart Plan unterstützen, sollen innerhalb von 4 Jahren zurückgeführt werden und auf die Anmerkung, dass dann die ursprünglichen Einzahlungen 40 Jahre bräuchte und viel der Anleger bereits Rentner seien, erläuterte man, dass “dann”, wohl 2027, darüber neu abgestimmt werde, ob man die Werte verkauft. Wie ergiebig die Quellen tatsächlich sind und wie lange das Öl und das Gas in Zukunft wirklich sprudelt, fand keine Erläuterung.

Ohnehin konnte die neue Geschäftsführung der POC zur Vergangenheit des Fonds keine Angaben machen, da zwar die Unterlagen der COGI für 3 Monate eingesehen werden konnten, allerdings Frau Monika Galba von der POC bislang nur die Anlegeradressen herausgegeben hatte.

Möglich wird die geplante Umstrukturierung überhaupt nur dadurch, dass die ehemalige Geschäftsführung und Gründungsgesellschafterin des POC EINS, Monika Galba, durch die neue Geschäftsführung abgelöst wurde (wir berichteten darüber). Nun scheint die Stimmung der Anleger sich noch weiter gegen Frau Monika Galba zu verschärfen, da dieser als bisheriger Geschäftsführung der Fonds die Verantwortung für die nun entstandene Misere angelastet wird.

Klagen gegen Gründungsgesellschafter der POC-Fonds

Die KAP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH hat für ihre Mandanten bereits mehrere Klagen u.a. gegen die Gründungsgesellschafter der POC-Fonds, im Falle des POC EINS (POC 1) auch gegen Frau Monika Galba selbst, eingereicht. Das Landgericht Berlin erkennt auch erste Prospektfehler an, da persönliche Beteiligungen von Frau Monika Galba an den kanadischen Gesellschaften nicht offen gelegt wurden.

Offene Fragen

Daneben bestehen wir für unsere Mandanten auch weiterhin darauf, dass unsere Fragen zu konkreten Zahlen der ReStart Pläne beantwortet werden. Der Geschäftsführung haben wir folgende Fragen bereits zukommen lassen:

  • Das Sanierungskonzept geht von einer Verdoppelung(!) der Fördermengen schon Anfang 2018 aus (siehe die Berechnungen am Ende der Informationen der Proven Oil Canada). Wie diese Verdoppelung gewährleistet werden soll, was konkret geplant ist um diesen Wert zu erhalten und wer diese Pläne aufgestellt und ggf. geprüft hat, ist nicht beschrieben.
  • Auch die derzeitige Geschäftsführung klärt noch nicht auf, wohin sind die bisherigen Einzahlungen der POC-Fonds Anleger von rund EUR 300 Mio konkret „verschwunden“ sind und ob und ggf. welche Werte überhaupt noch vorhanden waren.
  • Konkrete Informationen der neuen Geschäftsführung zu Verbindungen des Pleitiers Jürgen Hanne zu den Proven Oil Canada Gesellschaften werden nicht offen gelegt, sondern an vielen Stellen angedeutet.
  • Der angeblich "wirklich günstige" Kaufpreis des Vermögens der kanadischen Objektgesellschaft COGI wird nicht genannt. (vgl. Nummer 10 und 12 der POC-Informationen). Wenn die Anleger mit neuen Investitionen schon die Vermögenswerte der Gesellschaft kaufen sollen, in die sie bislang Geld investiert hatten, sollten sie auch wissen dürfen, was dafür gezahlt wird. Es ist aus unserer Sicht auch durchaus zu überdenken, dass eine Bank ein Öl- und Gasfeld angeblich "mit erheblichen Nachlässen" verkauft.
  • In den Darstellungen finden sich keine konkreten Liquiditätsplanungen aus welchen man den geplanten Verlauf der Neuinvestition nachvollziehen könnte. Welche Kosten und Gebühren anfallen ist nicht ersichtlich. Die nach dem Konzept zu erzielenden Ausschüttungen für die Anleger können damit nicht auf ihre Plausibilität geprüft werden. So ist insbesondere nicht dargestellt, welche Kosten bei der neuen Objektgesellschaft German Energy Ltd. "GEL" in Kanada anfallen, wie hoch die Vergütung der neuen Geschäftsführer ausfallen soll und wie die Komplementärvergütung (2017 knapp EUR 2 Mio., ab 2018 noch rund EUR 870.000,00) Einfluss auf die geplanten Rückzahlungen haben soll.

eine Reaktion der neuen Proven Oil Canada Geschäftsführung hierzu steht noch aus.

Durch die Informationsveranstaltung ist nur schemenhaft die Frage nach der Verdoppelung der Fördermenge, als auch die nach der Vergütung der Geschäftsführung der POC beantwortet worden. Diese Vergütung der neuen Geschäftsführung soll nämlich auf Euro 850.000,- ab 1.1.2018 halbiert werden. Beginnen soll die Tätigkeit zum 01.08.2017. Warum nach dem Sturz von Frau Monika Galba für die Weiterführung noch mehrere Geschäftsführer tätig sein sollen, erschließt sich nicht. Die Kostenstruktur und die Vergütung der kanadischen GEL wurde nicht genannt, obwohl diese sich im Bereich von Millionen / Jahr befinden dürfte und für das Aufgehen des ReStart Konzepts auch diese Kosten relevant sind.

Zusammenfassung

Zusammengefasst ist unser Eindruck, dass viele Zahlen präsentiert und nach Angaben der Geschäftsführung “vorsichtig gerechnet” wurde. Dennoch: an einem Businessplan, der konkrete Investitionen und Kosten beinhaltet fehlt es nach wie vor.

* betroffen sind die Proven Oil Canada Fonds: POC Eins GmbH & Co. KG, POC Zwei GmbH & Co. KG, POC Growth GmbH & Co. KG, POC Growth 2. GmbH & Co. KG, POC Growth 3 Plus GmbH & Co. KG und POC Natural Gas 1 GmbH & Co. KG



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Bericht von InfoVeranstaltung Proven Oil Canada - 05./06./07.05.2017 in Düsseldorf/Hamburg/München.

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