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Proven Oil Canada – Informationen zur Abstimmung 2017

Proven Oil Canada

Informationen zur Abstimmung 2017 - wie belastbar sind die Pläne der neuen Geschäftsführung?

München, den 24.04.2017 – Anleger der Proven Oil Canada Fonds* (kurz: POC Fonds) haben diese Tage Post von ihrem Fonds erhalten, die neben auf den ersten Blick guten Nachrichten einige Fragen aufwirft und eine Abstimmung von den Anlegern erwartet. Die KAP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH beleuchtet das vorgestellte "RESTART-KONZEPT", stellt kritische Fragen hierzu und erläutert dann weiter, welche Abstimmungspunkte für wesentlich gehalten werden. Die “Entmachtung” von Frau Monika Galba und den geplanten Ausschluss der HVT begrüßen wir sehr.

Restart-Konzept - kritische Fragen

Wir haben uns mit dem Konzept der Fonds und dem nun vorgeschlagenen Restart-Konzept auseinander gesetzt. Wir raten allen betroffenen Gesellschaftern, dies ebenfalls zu tun und folgende Punkte/Fragen zu beachten:

  • Das Sanierungskonzept geht von einer Verdoppelung(!) der Fördermengen schon Anfang 2018 aus (siehe die Berechnungen am Ende der Informationen der Proven Oil Canada). Wie diese Verdoppelung gewährleistet werden soll, was konkret geplant ist um diesen Wert zu erhalten und wer diese Pläne aufgestellt und ggf. geprüft hat, ist nicht beschrieben. 
  • Auch die derzeitige Geschäftsführung klärt noch nicht auf, wohin sind die bisherigen Einzahlungen der POC-Fonds Anleger von rund EUR 300 Mio konkret „verschwunden“ sind und ob und ggf. welche Werte überhaupt noch vorhanden waren.
  • Konkrete Informationen der neuen Geschäftsführung zu Verbindungen des Pleitiers Jürgen Hanne zu den Proven Oil Canada Gesellschaften werden nicht offengelegt, sondern an vielen Stellen angedeutet.
  • Der angeblich "wirklich günstige" Kaufpreis des Vermögens der kanadischen Objektgesellschaft COGI wird nicht genannt. (vgl. Nummer 10 und 12 der POC-Informationen). Wenn die Anleger mit neuen Investitionen schon die Vermögenswerte der Gesellschaft kaufen sollen, in die sie bislang Geld investiert hatten, sollten sie auch wissen dürfen, was dafür gezahlt wird. Es ist aus unserer Sicht auch durchaus zu überdenken, dass eine Bank ein Öl- und Gasfeld angeblich “mit erheblichen Nachlässen” verkauft.
  • In den Darstellungen finden sich keine konkreten Liquiditätsplanungen aus welchen man den geplanten Verlauf der Neuinvestition nachvollziehen könnte. Welche Kosten und Gebühren anfallen ist nicht ersichtlich. Die nach dem Konzept zu erzielenden Ausschüttungen für die Anleger können damit nicht auf ihre Plausibilität geprüft werden. So ist insbesondere nicht dargestellt, welche Kosten bei der neuen Objektgesellschaft German Energy Ltd. "GEL" in Kanada anfallen, wie hoch die Vergütung der neuen Geschäftsführer ausfallen soll und wie die Komplementärvergütung (2017 knapp EUR 2 Mio., ab 2018 noch rund EUR 870.000,00) Einfluss auf die geplanten Rückzahlungen haben soll.

Wir werden daher für unsere Mandanten versuchen, auf diese Fragen detaillierte und nachvollziehbare Antworten zu bekommen (in den derzeitigen Informationsmaterialien findet sich aus unserer Sicht nichts belastbares hierzu). Notfalls durch Einberufung einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung.

Wesentliche Abstimmungsfragen (Plan)

Zu den geplanten Abstimmungsfragen raten wir unseren Mandanten daher folgendes:

TOP 1 “Fortsetzung und Sanierung der Gesellschaft” - im Moment liegen uns noch nicht ausreichend Informationen vor um einschätzen zu können, ob die geplante Sanierung auch wirklich aufgehen kann, vor allem sind die bislang mitgeteilten Zahlen aus unserer Sicht im Moment noch nicht belastbar. Es bleibt also unsicher, ob und wie das Konzept aufgehen kann. Anleger sollten sich bei dieser Abstimmung bewusst sein, dass die Abstimmung zur Fortsetzung und die Zahlung weiteren Geldes in die Gesellschaft ebenso unsicher ist, wie die bisherige Beteiligung der Gesellschaft war und schlimmstenfalls doch noch zu einem Totalverlust führen kann. Bestenfalls funktioniert der “Restart” Plan und die Anleger erhalten ihr Geld zurück, sicher ist das jedoch nicht. Wir raten unseren Mandanten daher, je nachdem, wie hoch das Vertrauen in den Restart Plan ist, hier dem Beschluss zuzustimmen und keine weiteren Zahlungen zu leisten oder (zunächst) gegen den Beschluss zu stimmen. Für die Fortführung und die Zahlung eines Sanierungsbeitrages sollte nur stimmen, wer das Restart Konzept im Detail geprüft und verstanden hat und daran glaubt, dass damit die Gesellschaft wirklich gerettet werden kann. 

TOP 2 “Reduzierung der Komplementärvergütung” - damit nicht unnötig Gelder in der Verwaltung der Fonds aufgehen, raten wir unseren Mandanten, diesem Beschluss zuzustimmen.

TOP 3 “Sitzverlegung nach Langenfeld” - Wo in Deutschland die Fonds ihren Sitz haben spielt für die Rechte der Anleger keine Rolle, auch wenn wir das Argument, Langenfeld sei für die Anleger zentraler gelegen, nicht nachvollziehen können, sind die günstigeren Mieten und der Wegfall der Reisekosten der Geschäftsführung ein guter Ansatz, so dass wir unseren Mandanten raten, der Sitzverlegung zuzustimmen.

TOP 4 “Auswechslung der Treuhandkommanditistin” und TOP 5 “Ausschluss aus wichtigem Grund” - Die in dem Informationsschreiben genannten Probleme, die HVT Hanse Vermögen Treuhand- Service- und Verwaltungsgesellschaft mbH sind uns aus den für unsere Mandanten gegen u.a. die HVT geführten Gerichtsverfahren ebenfalls bekannt. Wir begrüßen daher die Auswechslung der Treuhandkommanditistin und deren Ausschluss aus wichtigem Grund und empfehlen unseren Mandanten diesen Beschlüssen zuzustimmen

Übrigens: das Landgericht Berlin hat in einem Urteil vom 18.01.2017** Az 2 O 203/16 Gründungsgesellschafter wegen Prospektfehlern im zur Erstattung der Einlage des POC Growth 2 GmbH & Co. KG in Höhe von Euro 41.071,53 verurteilt (noch nicht rechtskräftig). Für unsere Mandanten laufen derzeit entsprechende Verfahren vor den Berliner Gerichten. 

* betroffen sind die Proven Oil Canada Fonds: POC Eins GmbH & Co. KG, POC Zwei GmbH & Co. KG, POC Growth GmbH & Co. KG, POC Growth 2. GmbH & Co. KG, POC Growth 3 Plus GmbH & Co. KG und POC Natural Gas 1 GmbH & Co. KG

** Dieses Urteil wurde nicht von der KAP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH erstritten



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