Hess AG Insolvenz

Hess AG InsolvenzVillingen-Schwenningen, Löbau und in Gaffney (USA)

Hess AG | Anfrage

Hess AG Insolvenz

Die Hess AG mit ihrem Stammsitz in Villingen-Schwenningen sowie Produktionsstätten in Löbau und in Gaffney (USA) ist ein mittelständisches Unternehmen der Leuchtindustrie. 2010 wurde sie vom Manager Magazin in die Riege der 1.000 Weltmarktführer in Deutschland aufgenommen. Das Unternehmen ging erst im Oktober 2012 an die Börse und musste nach Verdacht auf Bilanzfälschung und einem darauffolgenden Liquiditätsengpass schon Anfang 2013 Insolvenz anmelden.

Doch wie kam es zur Insolvenz der Hess AG so kurz nach dem Börsengang?

Ende November 2012 klang alles noch sehr vielversprechend. Laut einer Meldung der Hess AG stiegen die Umsatzerlöse um 33,7 Prozent (Januar bis September 2012) auf 58,17 Millionen Euro. Bei dem Börsengang wurden von dem Schwarzwälder Unternehmen knapp 36 Millionen Euro von Anlegern eingesammelt. Die Landesbank Baden-Württemberg (kurz: LBBW) hatte das Unternehmen bei dem Börsengang begleitet. Mit dem eingesammelten Geld der Aktionäre sollten die Schulden getilgt und Eigenkapital aufgebaut werden.

Mit Ad-hoc-Mitteilung vom 21.01.2013 informierte die Hess AG die Öffentlichkeit darüber, dass es wohl über einen "längeren Zeitraum mit Kenntnis des Vorstandes zu Verstößen gegen Bilanzierungsregelungen gekommen ist." Ebenfalls bestehe der Verdacht, dass fingierte Umsätze ausgewiesen wurden. Daraufhin wurden in einer Sondersitzung die beiden Vorstandsmitglieder Christoph Hess (Vorstandschef) und Peter Ziegler (Finanzvorstand) mit sofortiger Wirkung ihres Amtes enthoben und Herr Dr. Till Becker als neuer Vorstand eingesetzt.

Am 13.02.2013 folgten schließlich die Insolvenzanträge für die zahlungsunfähige Hess AG sowie deren 100%-igen Tochter, Hess Lichttechnik GmbH. Das zuständige Amtsgericht Villingen-Schwenningen hat als vorläufigen Insolvenzverwalter Herrn Rechtsanwalt Martin Mucha (Sozietät Grub Bugger & Partner aus Stuttgart) bestellt.

Nach dem Insolvenzantrag der Hess AG

Nach dem Insolvenzantrag brach der Aktienkurs um 78 Prozent ein. In der Presse ist nun immer mehr über die „Machenschaften“ bei der Hess AG zu lesen. Seit 2009 gab das Unternehmen wohl mehr Gelder aus als es einnahm. Als Folge dessen habe die Hess AG anhaltend neue Gelder aus Darlehen und Finanzierungen benötigt. Um die Ertragslage zu beschönigen und damit an die Börse gehen zu können, habe das Unternehmen seit 2011 die Bilanzen "frisiert". Vor diesem Hintergrund sei nach aktuellen Erkenntnissen mit einem Verlust von bis zu 12 Millionen Euro zu rechnen.

Außerdem geht die Staatsanwaltschaft Mannheim nach Angaben der Presse dem Verdacht des Kapitalanlagebetrugs nach. Der Vorwurf der Bilanzfälschung ist auch deswegen brisant, weil der Jahresabschluss 2011 Grundlage für das Prospekt des Börsenganges war und somit die Prospekthaftung in den Fokus gerutscht ist. Sollte sich der Vorwurf bestätigen haben Aktionäre der Hess AG unter anderem wegen der Prospektfehler Ansprüche auf Schadensersatz gegen die Verantwortlichen.

Hess AG Aktionäre

Aktionäre der Hess AG sollten nun vor allem ihre Ansprüche auf Schadensersatz gegen die Verantwortlichen des Schwarzwälder Unternehmens prüfen lassen, um hierdurch ihre Verluste auszugleichen. Wichtig hierbei sind die zu beachtenden Fristen. Wir empfehlen die Prüfung durch einen auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Fachanwalt, der Ihnen die Möglichkeiten auf Ersatz Ihres Schadens im Einzelfall darstellen kann.

Stand: Februar 2013